Ist dir Nachhaltigkeit wichtig? Dann achte beim Fischkauf auf die Siegel der Non-Profit-Organisationen ASC und MSC.

Das ASC-Siegel steht für verantwortungsvoll gezüchtete Fische und Meeresfrüchte. Das MSC-Siegel kennzeichnet Fischprodukte aus nachhaltiger Fischerei. ASC und MSC arbeiten unabhängig und wissenschaftlich.

Deine Stimme zählt

Wenn du dich für ein Produkt mit MSC- oder ASC-Siegel entscheidest, setzt du damit einen positiven Kreislauf in Gang.

Du fragst dich, wie? Der Händler, bei dem du einkaufst, merkt, dass die Nachfrage nach verantwortungsvollem Fisch steigt und bestellt mehr zertifizierten Fisch bei seinem Lieferanten. Das kommt natürlich auch beim Züchter oder Fischer an und ist ein Ansporn, sich zertifizieren zu lassen.

So tragen wir alle gemeinsam zur Artenvielfalt in unseren Meeren, Seen und Flüssen bei und hinterlassen unseren Kindern und Enkeln einen gesunden Planeten.

Du entscheidest, also check deinen Fisch!

Nachhaltiger Fischkonsum – aber wie?

Du magst ab und an Fisch essen, möchtest aber unserer Umwelt keinen weiteren Schaden zufügen? So kannst du einen aktiven Beitrag für gesunde Meere, Flüsse und Seen leisten!

Check unsere Tipps!

1

Iss Fisch NOCH bewusster und entscheide dich für nachhaltige Produkte

„Lass Dich nicht von Sonderangeboten verführen. Fisch ist eine wertvolle Ressource, die ihren Preis haben sollte. Und auch Nachhaltigkeit gibt es nicht umsonst, denn verantwortungsvolle Fischerei und Fischzucht erfordern Investitionen, Veränderungen sowie Kontrollen.“
Kathrin Steinberg, Head of Research beim ASC

2

Rind, Schwein oder Fisch? Lieber Fisch!

„Fisch ist ein sehr ressourcenschonendes Nahrungsmittel mit geringem CO2-Fußabdruck – vor allem im Vergleich zu anderen tierischen Eiweißlieferanten. Ein Fischfilet ist gegenüber einem Rumpsteak immer die bessere ökologische Wahl.
Vivien Kudelka, Meeresbiologin beim MSC

3

Probiere Neues: Kleine Fischarten oder Algen sind gut für dich und die Umwelt

„Es muss nicht immer Lachs oder Thunfisch sein. Probier doch auch mal andere Fisch- und Meeresprodukte, zum Beispiel kleinere Fischarten wie Sprotte oder Kliesche, die eine hohe Nährstoffkonzentration haben. Aber wer sich nachhaltig und bewusst ernähren möchte sollte auch nicht Quallen, Algen oder andere Wasserpflanzen verschmähen – hier schlummern wahre Superfoods.“
Dr. Holger Kühnhold, Wissenschaftler am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung

4

Achte auf Nachhaltigkeitssiegel

„Abgesehen von wenigen Ausnahmen, wie etwa dem Aal, gibt es aus rein ökologischer Sicht kaum Fischarten, die wir gar nicht essen sollten. Es kommt immer auf den konkreten Bestand an, aus dem ein Fisch stammt. Von fast allen Fischarten gibt es nämlich sowohl überfischte als auch nicht-überfischte Bestände, und bei fast allen Fischarten gibt es Fischer und Fischerinnen, die umweltverträglich fischen und solche, die dies nicht tun. Man muss also genau hinsehen, wo der Fisch herkommt und wie er gefangen wurde. Nachhaltigkeitssiegel wie das MSC-Siegel oder im Fall von Aquakultur das ASC-Siegel geben dabei Orientierung.
Dr. Kristina Barz, Wissenschaftlerin am Thünen-Institut für Ostseefischerei

5

Versuch, den ganzen Fisch zu verwerten

„Nachhaltigkeit hört beim Kochen nicht auf. Wir beschränken uns meist auf das Filet vom Fisch und schmeißen den Rest weg. Das muss nicht sein! Die sogenannte Nose-to-Tail-Küche nutzt auch die restlichen Teile des Fischs für leckere Gerichte und spart so eine Menge Abfall. Aus Fischknochen lässt sich eine schmackhafte Brühe herstellen und Reste können für Dips und Soßen genutzt werden. Sogar Fischköpfe, die oft weggeworfen werden, ergeben ein köstliches Curry.“
Manuel Antonio Pereira Lima, Fischsommelier und Verkaufstrainer Fisch bei Edeka

Und stützen ihre Programme und Standards Hauptsächlich auf Wissenschaftliche Erkenntnisse

Sowohl ASC als auch MSC arbeiten eng mit der Wissenschaft zusammen. Beide Non-Profit-Organisationen überprüfen ihre Standards regelmäßig und passen sie an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse an. 

Jede MSC-Fischereizertifizierung ist wissenschaftsbasiert: Wissenschaftliche Daten zeigen beispielsweise an, ob ein Bestand überfischt ist oder ob der Beifang einer Fischerei zu hoch ist. 

Umfangreiche Analysen von ASC-zertifizierten Zuchtbetrieben zeigen zum einen die Auswirkungen des ASC-Programms auf unsere Umwelt. Zum anderen zeigen sie Trends und Entwicklungen und tragen dazu bei, dass zertifizierte Zuchtanlagen zukunftsfähig, ja sogar wegweisend bleiben.

Die positive Wirkung von ASC und MSC ist nachweisbar. 

Seit im Jahr 2000 die erste Fischerei nach dem MSC-Umweltstandard zertifiziert wurde, haben alle zertifizierten Fischereien zusammen für rund 2000 messbare Verbesserungen auf und in unseren Meeren gesorgt. Allein im vergangenen Jahr zählten wir etwa 100 Verbesserungen – mehr als die Hälfte davon betraf gefährdete, bedrohte oder geschützte Arten! 

So etwa führte eine australische Thunfisch-Fischerei eine elektronische Überwachung auf ihren Schiffen ein, um das Risiko für Schildkröten und Kurzflossen-Mako (Makohaie) einzuschätzen.

In Kanada setzte eine Schellfisch-Fischerei eigens eine neue Identifikationshilfe mit acht Rochenarten ein, um den als gefährdet eingestuften Sternrochen besser zu identifizieren und somit seine Bestände zu schützen. 

Eine isländische Krabbenfischerei unterstützt die Forschung zur Kartierung des Meeresbodens – so können nun Schäden an empfindlichen Tiefsee-Schwammgruppen vermieden werden.

Die Fischerei zu verbessern, bedeutet auch lokale Ökosysteme und Lebensräume zu verbessern.

Was bedeutet eine ASC Zertifizierung für Fischzuchten? Allein im Jahr 2018 mussten Zuchten 1600 Verbesserungen umsetzen, um die Umwelt- und Sozialanforderungen der ASC-Standards zu erfüllen.

ASC-zertifizierte Garnelenzuchten haben innerhalb der letzten drei Jahre den Anteil von Fischmehl am Futter um beinahe ein Drittel auf ca. 12% reduziert. Das nimmt Druck von Wildbeständen.

ASC-zertifizierte Betriebe setzen eine Vielzahl an Maßnahmen um, um Krankheiten von vornherein zu verhindern. Zum Beispiel befestigen sie Netze, um Vögel fernzuhalten, da Vögel Keime einschleppen können.

Fischzuchten liegen oft recht entlegen und Mitarbeiter*innen schlafen vor Ort. ASC-zertifizierte Garnelenfarmen investierten in neue Schlafstellen und Duschen und überprüften das Trinkwasser. In Indien wurde erreicht, dass alle Mitarbeiter*innen jetzt eine Krankenversicherung haben.

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Bildquellen: ASC, MSC, iStock.com